Die 4. Sahara-Tour war seit vielen Monaten geplant. Die Autos wurden fit gemacht,
Pläne geschmiedet und die Routen festgelegt.Dann kam der 2.Golfkrieg.
Was nun,was tun?? Zu Hause bleiben,alles absagen?
Die Umstände sind momentan heikel.Erstens der Krieg, zweitens sind in Südalgerien über 20 Saharareisende verschwunden.Aber sollen ab sofort alle Leute in den arabischen Ländern als Terroristen abgestempelt werden?Kann nicht sein,wir haben durchweg nur freundliche Menschen kennengelernt auf unseren Saharareisen.Sollen das alles potentielle Attentäter geworden sein?
Nur weil eine sich als zivilisiertes Land bezeichnende Regierung über sämtliche Errungenschaften der Zivilisation der letzen 100 Jahre hinwegsetzt?Krieg ist niemals eine Lösung und Diktatoren gibt es vor der Haustür der Herren Bush und Co genug.Da haben sie alle Hände voll zu tun die nächsten Jahre.(Wurde nicht auch Saddam Hussein von Ihnen gemacht?)
Wenn nun alle Europäer ihre Reisen ins Ausland absagen würden,was wäre das noch für eine Welt.
Und wir,wir fahren trotzdem nach Nordafrika.Schon weil es ein Beweis für dafür ist, daß wir unterscheiden können zwischen dem Terror einzelner Staaten(Ohne Namen zu nennen) und dem Rest
der arabischen Welt.
Nachts durch Berlin Kreuzberg zu fahren ist mit Sicherheit nicht ungefährlicher oder schon mal eine Nacht auf der Autobahnrasttätte vor Frankfurt am Main verbracht?
Wer meint, er wäre in in seinem schönen Deutschland noch 100 % sicher, dem wünsche ich für die nächsten Jahre viel Glück.
Die arabischen Staaten rücken mehr zusammen, je mehr Druck auf diese ausgeübt wird.Da kann es schon mal passieren, das in einem Land wie Tunesien Anti-Europäische Demonstratioen stattfinden.Wir stecken doch diese Länder auch alle in einen Topf.Aus welchen Grunde sollen dann die Tunesier,Ägypter,Libyer usw sich die Mühe machen zwischen Deutschen,Amerikanern,Briten,Franzosen zu unterscheiden???
Die Faszination der Wüste lässt einen eben nicht mehr los,einmal Sahara,immer Sahara.Man lernt die andere Seite des sogenannten Wohlstandes kennen.Jeder bei uns,ob arbeitslos oder viel beschäftigt, sollte beten(zu wem auch immer) in sein geliebtes Deutschland zurückkehren zu dürfen.
Man muß gesehen haben, wie die Menschen dort unten leben.
Nochmal, wir fahren aus Überzeugung und weil wir nie enttäuscht wurden von diesen Menschen, wenn auch mit einem flauen Gefühl im Magen.
(nicht wegen der Leute dort, sondern wegen dem Einfluss den der Krieg auf die Gemüter der Menschen in dieser Gegend hat).
Wir bleiben in Tunesien und hoffen,dass es dort relativ sicher für uns sein wird.Hoffentlich tauchen die in Algerien verschollenen Touristen wieder auf.
Bis in drei Wochen, hoffentlich mit schönen Bildern und einem super Reisebericht an dieser Stelle.
Melde mich ab vom 17.03. bis 13.04.2003.

MK am 25.03.2003
Link-Tour vom letzen Jahr

So, hier nun der Reisebericht
In der Nacht vom 27.03. zum 28.03. 2003 sind wir nun wirklich gestartet.Erstmal haben wir es über die Alpen bis zum Gardasee geschafft.Auf einen Campingplatz direkt am Wasser.Samstag früh gings dann weiter bis nach Italien/Genua.Um 11.30 Uhr waren wir an der Fähre.Unsere Angst hat sich nicht bestätigt.Wir waren zum Glück nicht die Einzigsten, die nach Nordafrika wollten.Die schlechte Nachricht an der Fähre war, dass jetzt schon über 30 Leute vermisst werden.Naja, trotzdem gings auf die Fähre,die Überfahrt war ruhig und in Tunis angekommen haben wir unser erstes Camp am Strand von La Marsa aufgeschlagen.Promt haben wir ein parr Tunesier von vor zwei Jahren wiedergetroffen.Diese waren die ersten,die uns beruhigten.Die Deutschen genießen ein hohes Ansehen wegen ihrer Ablehnung zum Golfkrieg.Am nächsten Morgen sind wir bis nach Tataouine gefahren.Um kurz vor 18.00 waren wir beim Gouverneur wegen unserer Einfahrtgenehmigung ins südliche Dünengebiet.Wir hatten natürlich wie immer riesen Glück.Unsere 4 Namen standen als erste auf der Liste der Tunesienrallye Optic 2000.Welch Zufall.Sonst dauert der bürokratische Akt einen halben oder einen ganzen Tag.Also am selben Abend noch bis Ksar Ghilane?Wir hatten keine Lust irgendwo in der Pampa zu campieren und auf gings im Dunkeln durch die Steppe.Irgenwann nachts um 23.00 haben wir die Oase erreicht.Als erstes war im warmen Thermalwasser ein Bad angesagt.
Der nächste Tag war frei und wir haben so richtig schön abgegammelt.Am 02.04.2003 (Steffen hat Geburtstag)sind wir nach el Borma gestartet.Über Kamour (Grenze Sperrgebiet,vorsicht,total aufdringlicher Militärposten) sind wir die Pipelinepiste runter.Wellblech ohne Ende.Alle richtig schön durchgeschüttelt.Ab 80 kmh wirds dann ruhiger.Kurz vor Sonnenuntergang haben wir unser Lager in den riesen Dünen vor el Borma aufgeschlagen.Nach einem Aufstieg in die Dünen und einem traumhaften Sonnenuntergang war erstmal eine Geburtstagsparty angesagt.Mit allem was dazu gehört.Sogar Eiswürfel für den Whyski haben nicht gefehlt.
Am nächsten Morgen die Enttäuschung,schlechtes Wetter.Sandsturm und dicke Wolken.Also schnell nach el Borma,ein paar Fotos geschossen und zurück.In el Borma giebt`es echt nicht viel zu sehen,die Sensation sind die Dünen davor.Wir wären gern noch geblieben aber das Wetter wurde nur noch schlechter.Eigentlich war geplant bis in die Südspitze nach Bordj el Khadra zu fahren.Aber Libyen und Algerien waren uns echt zu nahe.Also zurück Richtung Norden und noch einen Abstecher Richtung Bir Aouine.Der Witz war,wir sind hinter der Schranke des aufdringlichen Militärposten in Kamour gelandet.Der hats nicht gerafft aber egal.Ab hier fing es an zu regnen,fast den ganzen Tag .Am Abend wurde das Wetter besser und wir haben in Ksar Ghilane unter Palmen unsere Zelte aufgeschlagen.Wetter wurde zunehmend besser.Am nächsten Tag war frei und abends hatten wir eine Einladung zum Essen bei Mohamed und Mabrouk.War echt lecker,nachts wurde dann noch ein Lamm geschlachtet und wir mussten zum zweiten mal essen.Nichts ging mehr.Am Samstag dem 05.04.03 ging es ab durch die Dünen nach Douz und weiter durch den Salzsee nach Touzeur.Dort auf einem Campingplatz haben wir viele Leute getroffen die aus Algerien zurück kamen.Die Lage hat sich echt zugespitzt.Keiner weiß was genaues,nur Spekulationen.Keine Spur von den Verschwundenen(von offizieller Seite).Sonntag sind wir nach Tamerza in die Bergoasen gefahren und haben eine ausgedehnte Wanderung mit Klettereinlagen durch die Canyons gemacht.Mittags ging es weiter nach Nefta in die weißen Dünen.Bei den Kulissen von Star Wars haben wir versteckt hinter einer Sanddüne unser Lager aufgeschlagen.Trotzdem hat uns einer der sehr geschäftstüchtigen Sandrosenverkäufer entdeckt.Kaum war das Feuer an, kam er wie aus dem Nichts und setzte sich mit ans Feuer.Aber genau das Gegenteil was wir erwartet hatten traf ein.Dieser arme Mensch,er hatte wirklich nur das was er auf dem Leibe trug und eine alte Plastiktüte unter dem Arm, hat für uns in dieser Nacht im Feuer Brot gebacken und jede Menge Tee zubereitet.Ein paar Bier ließen ihn sehr gesprächig werden.Leider sprach er nur drei Sätze und diese gemixt aus alleman,francais,italian,english,arabisch usw.
Aber der Abend war einfach nur schön.......
Am Montag dem 07.04.03 startete die Tunesienrallye Optic 2000 in Touzeur.In Nefta haben wir die ersten Fahrzeuge erwischt und sind promt rechtzeitig zur ersten Zeitkontrolle dagewesen.Ein riesen Spektakel so eine Wüstenrallye und für uns Technikfreeks top interesant.
Nachmittags sind wir zurück nach Ksar Ghilane,wir wussten inzwischen, daß die Rally dort vom 08. zum 09.04. ihr Fahrerlager haben würde.Und richtig,am nächsten Vormittag war Zieleinlauf.Das Wetter war top und hat uns die Nasen verbrannt.Den ganzen Tag gab es was zu gucken und abens sind wird im Schraubercamp der Rallye gewesen.Mann konnte mit den Topfahrern reden und die Autos von oben bis unten begaffen.War super.
Am Mittwoch morgen haben wir uns noch den Start der Rallye angesehen und sind dann über Beni Kheddach, Medenine und Gabes bis nach Port el Kantaoui gefahren.Nachts hatten wir ein Camp direkt am Mittelmeer.
Uns ist aufgefallen, daß die Polizei und Militärpräsens enorm war in Küstennähe.Am nächsten Tag haben wir auch erfahren warum.In Port el Kantaoui haben uns die Tunesier berichtet, daß der Golfkrieg vorbei wäre.Die Einheimischen waren sowieso besser informiert als wir gedacht hatten.U N D , sie können unterscheiden zwischen Deutschen, Engländern oder Amerikanern.Wir hatten in den 2 Wochen jedenfalls nicht ein einziges Problem in Tunesien.Danke dafür an alle.
An diesem Donnerstag sind wir noch bis nach Tunis gefahren uns haben uns mal die Innenstadt angeschaut.
Übernachtet wurde wieder in La Marsa am Strand.Die Abschiedsfeier mit Abdessattar und Chokri ging bis in die Morgenstunden.Freitag Mittag wartete schon die Fähre auf uns und brachte uns zurück nach Genua.Sonntag morgen waren alle wieder heil zurück bei Ihren Familien.Die Autos haben durchgehalten auf diesen über 5.000 Kilometern, das Essen ist restlos alle und von den Getränken....schweigen wir lieber.
So, nun ist estmal Off-Road in den heimischen Gefilden angesagt,
bis demnächst,Danke nochmal an Schlappi,Maggi und Schulle,alle Tunesier die uns so herzlich aufgenommen haben und an alle die sich für diesen Bericht interessiert haben.
Gruß
MK-Webmaster
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